Beweidung
im Sinne der Landschaftspflege
Historischer Hintergrund bei der Entstehung
vieler, artenreicher Lebensräume ist die Beweidung,
welche das Bild unserer heutigen Kulturlandschaft entscheidend
mitgeprägt hat. Der Landschaftspflegeverband Altötting
beginnt deshalb zunehmend, bei der Landschaftspflege
neben der derzeit üblichen Mahd, auch Weidetiere
bei der Pflege einzusetzen. Hierbei kommen neben geeigneten
Schafrassen, auch Rinder und Ziegen (Tauernschecken
am Burgberg) zum Einsatz. Wie bei der Mahd, hat auch
die Beweidung zum Ziel, das Verfilzen der Flächen
zu vermeiden, da nur durch Offenhaltung die Grundlage
für einen artenreichen Lebensraum geschaffen wird.
Die Beweidung sollte nicht zu früh durchgeführt
werden, um ein Aufblühen und Absamen der Gräser
und Kräuter zu gewährleisten. Düngung
ist im sinne der Landschaftspflegrichtlinien grundsätzlich
ausgeschlossen.
Um die Pflege biotopgerecht durchführen zu können,
müssen zunächst einige Grundfragen abgeklärt
werden.

Ist ein Tierhalter mit geeigneten Tieren
verfügbar?
Der Landschaftspflegeverband hat Verbindungen
zu verschiedenen, geeigneten Tierhaltern im Landkreis,
um so möglichst dezentral- d.h. ohne lange Anfahrtswege
– die tierschutzgerechte, regelmäßige
Betreuung der Tiere zu gewährleisten und eine effiziente
Beweidung zu organisieren.

In welcher Form soll die Beweidung durchgeführt werden?
Wanderschäferei ist mit Sicherheit
die Idealform bei großflächigen intakten
Magerrasen. Im Landkreis Altötting - keine Triftwege,
hoher Verkehr, Unterhalt einer größeren Herde
bei relativ kleinen, weit aus einander liegenden Flächen
nicht rentabel - ist dies jedoch nicht möglich.
Alternativ bietet sich die Koppelweidehaltung als Umtriebsweide
an. Hierbei werden die Tiere in der Regel in einem kurzen
Zeitraum bei hoher Beweidungsdichte ohne Zufütterung
auf die zu pflegende Fläche verbracht. Im Durchschnitt
bedeutet dies je nach Vegetation 1- 2 Wochen bei rd.
80 Mutterschafen /ha. Die Fläche wird – je
nach Situation - mit einem abbaubaren Elektrozaun oder
einem fest installierten Weidezaun umfriedet.

Wo soll beweidet werden ?
Beweidung soll und kann nicht flächendeckend
durchgeführt werden, sondern ist auf besonders
schwer zu bewirtschaftende Biotopflächen beschränkt.
Dies sind neben Steilhanglagen auch ehemals beweidete
Südhänge mit zahlreichen Trittsiegeln, die
nur mit größtem Aufwand per Hand gemäht
werden können.Aber auch die Kalkmagerrasen der
Alzauen – sogenannte Brennen – bieten sich
teilweise für eine Beweidung an. Die hier vorkommenden
Wacholderbüsche und Enzianarten (werden vom Weidevieh
gemieden) sind ein Hinweise für historische Weidenutzung.
Als Fazit sieht der Landschaftspflegeverband in der
Beweidung eine sinnvolle, ergänzende Alternative
zur Pflegemahd von Biotopen. Neben den wesentlich geringeren
Kosten bei mindestens gleichwertigem Effekt (Voraussetzung
richtiges Pflegemanagement), sollte auch berücksichtigt
werden, dass beweidete Halbtrockenrasen oft wesentlich
strukturreicher - z. B. Erhalt von Ameisenhaufen - als
Mahdflächen sind.
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Hochlandrinder bei der Pflege von
Magerrasen |

Weidende Schafe auf einem Südhang
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Schwalbenschwanz & Bläuling
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- tummeln sich auf einer Blumenwiese |

Schafweide - eine Augenweide! |
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