Renaturierung von Bächen und Grabenläufen
Die meisten Bäche und Gräben in unserem ländlichem
Raum wurden seit Mitte des vorigen Jahrhunderts über
Regulierungsmaßnahmen begradigt und kanalisiert.
Dies geschah zum Zwecke der Landverbesserung, wobei
insbesondere vernässte Talauen und Feuchtgebiete trockengelegt
wurden. Weiterhin wurde durch die Begradigung der vormals
frei und in Eigendynamik mäandrierenden Bäche mehr Land
als zuvor nutzbar.
So finden wir heute in der intensiv genutzten Landschaft
meist nur noch lineare Graben- und Bachläufe mit einer
häufig intensiven Nutzung bis an den Fließgewässerrand.
Gleichzeitig wurden Ufergehölze entfernt um Schattenwurf
auf angrenzende Flächen zu vermeiden.
In der Konsequenz erfordern solche Gräben durch starke
Verkrautung und zt. erhebliche Erosion ständig fortlaufende
Unterhaltskosten.
Folgen der Bachbegradigung sind z.B.:

schnellere Fließgeschwindigkeit und dadurch
verstärkte Ufererosion

fehlender Bewuchs z.B. mit Erlen, sodass
keine Ufersicherung über das
Wurzelwerk
erfolgen kann;

gleichzeitig besteht durch die volle Besonnung
in Verbindung mit
Nährstoffeintrag
eine erhebliche Verkrautungsgefahr.
Bäche, die in Ihrem naturnahen Zustand erhalten
geblieben sind oder durch entsprechende wasserbauliche
und landschaftspflegerische Maßnahmen wieder in
einen naturnahen Zustand rückgeführt wurden,
erfüllen dagegen eine äußert wichtige
ökologische Funktion im Naturhaushalt als Vernetzungsader
und bieten außerdem eine überaus reizvolle
Gliederung der Kulturlandschaft.
Aus diesem Grunde hat es sich der Landschaftspflegeverband
zur Aufgabe gemacht, neben der Pflegemahd von Streuwiesen
und Magerrasen, sowie der Durchführung von Hecken-
und Streuobstpflanzungen auch im Bereich der Gewässerrenaturierung
vermehrt tätig zu werden.
Ziel ist dabei:

breite, krümmungsreiche Bachbette zu entwickeln,
die flach und
buchtenreich
sind

lockeres, ungezwungenes und lichtes Ufergehölz,
wodurch im Bach und
Uferbereich
ein vielfältiges, ökologisch wertvolles Biotopmosaik
entsteht,
das
unterschiedlichste Nischen und damit hohe Artenvielfalt
bzgl.
Tier-
und Pflanzenwelt gewährleistet.

Schaffung von extensiv genutzten Pufferstreifen
entlang der Gewässer,
um
randlichen Nährstoffeintrag zu mindern.
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