Streuobst
Streuobst ist eine historische Wirtschaftsform mit
wichtigen ökologischer Funktionen und ein wertvolles
Gestaltungselement in der Kulturlandschaft . Die Bezeichnung
Streuobst leitet sich von der Doppelnutzung d.h. Obstbau
und Streu- bzw. Wiesenmahd ab.
Es sind in der Regel Hochstämme alter Obstsorten
von Apfel, Birne, Zwetschge, aber auch Kirschen und
vereinzelt Walnußbäume auf extensiv genutzten
Wiesenflächen.
In den letzten Jahrzehnten hat die Intensivierung durch
Großmaschinen eine systematische Verdrängung
herbeigeführt.

Ökologische Bedeutung:
Streuobst hat eine hohe Strukturvielfalt und damit verschiedene
Biotoptypen mit vielen ökologische Nischen. Die Beseitigung
dieser Bestände ist mit verantwortlich für den
Rückgang von über 30 Prozent der inzwischen
gefährdeten Pflanzenarten und Tierarten, wobei nicht
nur der Lebensraum Baum im Vordergrund steht. Genau so
wichtig sind die extensiv genutzten Flächen. Das
bedeutet keine Düngung und späte Mahd (nicht
vor dem 15.Juli) mit Entsorgung des Mähgutes..
Auf einem Quadratmeter unter einem Apfelbaum einer Streuobstwiese
wurden z.B. über 8000 Insekten gezählt. 50 Brutvogelarten
- die meisten gefährdet - finden hier einen Lebensraum.
Typisch sind Gartenrotschwanz, Steinkauz, Rotwürger,
Wiedehopf, Wendehals, Grauspecht und Mittelspecht.
Besonders wertvoll ist das zusätzliche Vorkommen
von Strukturen wie Reisighaufen (idealerweise vom Baumschnitt,
Steinriegel (Eidechsen, Igel, Wiesel) und Feuchtstellen
(Amphibien).
Streuobstbestände sind im Sommer kühler als
reine Acker- und Wiesenflächen. Sie schaffen dadurch
ein günstiges Kleinklima, gerade auch im Wohnumfeld.

Was kann man tun:
- Jetzige Bestände erhalten, pflegen und vor Rodung
bewahren und
Bestände durch Nachpflanzung sichern
Besonders wichtig:
Bestände neu anlegen, insbesondere in ausgeräumten
Bereichen
Dieser Aufgabe widmet sich der Landschaftspflegeverband
Altötting gemäß seiner Satzung im Rahmen
der Neuschaffung von Biotopen seit seiner Gründung,
denn Streuobstbestände sind selten geworden und
zählen zu den gefährdetsten Lebensräumen
in Bayern.
Neben zahlreichen kleineren Pflanzungen im ganzen Landkreis
seit Bestehen des LPV AÖ, sind besonders die Streuobstanlage
östlich Steinbach (Gemeinde Perach) und auf dem Berghammer
Brunnenfeld (Stadt Burghausen) erwähnenswert, die
1992 vom Landschaftspflegeverband angelegt wurden. Insgesamt
wurden bis jetzt über5.000 Obstbaum Hochstämme!
im Landkreis Altötting gepflanzt (Stand 12/2003)
Fazit: Streuobstbestand ist ein Lebensraum für
Natur und Mensch
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