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- Ein Artenschutzprokekt des Landschaftspflegeverbandes Altötting
So kann jeder etwas für Wildbienen in seinem Garten tun
Auszüge aus dem Buch
„Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft“
vom bayrischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege e.V.
Herzog-Heinrichstrasse 21
80336 München
- mit freundlicher Genehmigung.
ISBN 3-87596-098-X
Die meisten Menschen denken bei dem Stichwort Biene in erster Linie an die staatenbildende Honigbiene.
Doch neben der bekannten Honigbiene gibt es allein in Deutschland über 500 Wildbienenarten, die sich auf sechs oder sieben Familien verteilen:
- Seidenbienen
- Sandbienen
- Furchenbienen
- Sägehornbienen
- Pelzbienen
- Blattschneiderbienen und
- Echte Bienen
Die überwiegende Mehrzahl der Wildbienen führt ein Einsiedlerdasein. Die Weibchen dieser Solitärbienen errichten für sich allein, also ohne Mithilfe von Artgenossen, kleine, häufig röhrenförmige, mehrzellige Nester im Boden, in hohlen Stengeln, morschem Holz, verrottendem Pflanzenmaterial sowie in Lehmwänden oder Mauerlücken, die sie für ihre Nachkommen mit Nektar angefeuchteten Pollen verproviantieren und mit einem Ei belegen.
Jedes Weibchen baut im Laufe seines Daseins mehrere solche Nester. Staatenbildung ist bei Bienen also eher die Ausnahme. Doch legen die Weibchen einiger Arten ihre Brutröhren dicht nebeneinander an, bewachen gemeinsam die Eingänge und verjagen Feinde wie Kuckucksbienen. Diese können ihre Larven nicht selbst ernähren, da sie keine Sammelorgane besitzen; sie versuchen deshalb, ihre Eier in die Brutröhren anderer Bienenmütter zu schmuggeln.
Wildbienen schließen Bestäubungslücken
Wildbienen leisten unentbehrliche Bestäubungsdienste. Während die Honigbienen aufgrund ihrer hohen Blütenstetigkeit und großen Volksstärke in erster Linie an Massentrachten interessiert sind, werden von den Wildbienen viele von der Honigbiene vernachlässigte Blütenpflanzen, darunter auch seltene und gefährdete Arten – wie z.B der Frauenschuh, bestäubt. Fern von Bienenständen stellen Wildbienen mit einem Anteil von über 80% der Blütenbesucher zusammen mit Hummeln die wichtigsten Bestäubungsinsekten von Wild- und Kulturpflanzen dar. Auf Obstbäumen sind vor allem Arten aus den Gattungen der Sandbienen, Furchenbienen und Mauerbienen vertreten. Aber auch vielen Kulturpflanzen sind Wildbienenwichtige Bestäuber.
Mit dem Ausfall vieler varroa - geschädigter Bienenvölker hat die Bedeutung der Wildbienen nochmals eine Aufwertung erfahren.
Bereitstellen von Nisthilfen (Bauplan)
Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben in den letzten Jahrzehnten auch die Bestände der Wildbienen rapide abgenommen. Ihr weiteres Überleben ist nur dann gesichert, wenn sie auch in einer viel strapazierten Kulturlandschaft ausreichend Nahrung, Brut - und Überwinterungsplätze finden. Am leichtesten und selbst auf kleinstem Raum, z. 8. Balkon, können wir jenen Bienen helfen, die bereits vorhandene Hohlräume unterschiedlichster Art beziehen:
Hartholzblöcke, Holzbeton- oder Klinkersteine und mit Lehm oder Ton gefüllte größere Kästen kann man durch unterschiedliche Bohrungen (Weite 3 -8 mm) Tiefe 4 -10 cm) mit Niströhren versehen und an sonnigen Orten aufstellen. In Lochziegel gesteckte Bambusrohre, in Konservendosen regensicher eingebrachte Stroh-, Schilf- oderTrinkhalme können den Hohlraumbewohnern ebenfalls eine dauerhafte und
preiswerte Unterkunft bieten. Den Bewohnern markhaltiger Stengel kann man gebündelte Zweige von Brombeere, Himbeere, Holunder, Forsythie, Sommerflieder oder Königskerze anbieten. Für Arten, die in morschem Holz ihre Kinderstuben errichten, sollte man abgestorbene Bäume, alte Zaunpfähle und andere Totholzstrukturen erhalten.
Darüber hinaus kann man auch mit dem Bau von Trockenmauern und Lehmwänden viele Arten unterstützen. Für die Bodenbrüter unter den Wildbienen können Sand-, Kies-oder Geröllbeete unter überhängenden Dachvorsprüngen angelegt werden. Ferner sollten Gehwege nicht mit Asphalt oder Beton versiegelt, sondern mit einer breitfugig- in Sand verlegten Pflasterung versehen werden.
Erhaltung blütenreicher Biotope
Wie die Honigbienen und Hummeln besitzen auch die Wildbienen eine sehr innige Bindung an Blütenpflanzen. Alle ernähren sich von Pollen und Nektar und tragen diese, von den schmarotzenden Arten abgesehen, mit Hilfe speziell dafür
ausgebildeter Organe zur Versorgung ihrer Nachkommen in vorbereitete Bruträume ein. Die Imagines aller Arten besuchen Blüten, um mit Nektar ihren Energiebedarf zu decken, während Pollen einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung von Wildbienenlarven bildet. (Pflanzenliste)
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Bayerns Ureinwohner ist eine Kampagne der bayerischen Landschaftspflegeverbände und des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. |
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