Kiebitz - der sympathische Gaukler

Der Vogel mit der witzigen Federhaube, der im Frühjahr mit seinen lautstarken Gaukelflügen auffällt, steht zunehmend unter Druck. Fortschreitende Flächenversiegelung, aber auch veränderte landwirtschaftliche Bewirtschaftungsbedingungen wie früher und häufiger Grünlandschnitt sowie früherer Maisanbau bereits im April setzen der Art zu.

Hierdurch wird dem Vogel der Lebensraum und der Platz für eine ungestörte Jungenaufzucht genommen. Auch die Störungen an den Brutplätzen in der Zeit von März bis Juni durch z.B. Hunde, Modellflugsport u.Ä. führen in der Brutzeit zu Stress und am Ende zu Verlusten bei der Brut. Sein ursprünglicher Lebensraum - offenes, flaches und feuchtes Dauergrünland, Wiesen, Weiden, Überschwemmungsflächen- ist rar geworden. Ersatzweise versucht er daher mehr und mehr auf Ackerflächen auszuweichen. Hier kann er mit den Bewirtschaftungsschritten der modernen Landwirtschaft nicht Schritt halten und findet zunehmend weniger Nahrung durch fehlende Insekten und Bodenlebewesen wie Schnecken und Würmer.

Der Kiebitz ist mit eine der Vogelarten, die aktuell die schlimmsten Bestandsrückgänge zu verzeichnen haben. In Deutschland sind die Bestände von 1992-2016 um 88% zurückgegangen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken haben die Landschaftspflegeverbände Altötting, Rosenheim und Traunstein 2019 das BayernNetzNatur-Projekt „Netzwerke für den Kiebitz“ ins Leben gerufen.
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Finanziell ermöglicht wird dies durch den Bayerischen Naturschutzfonds sowie den Bezirk Oberbayern.

Konkreter Kiebitzschutz vor Ort?

Im Rahmen des Projektes werden die Kiebitzvorkommen im Landkreis erfasst und die Gelege der Vögel zusammen mit Landwirten und ehrenamtlichen Helfern geschützt. So gehen Nester bei den Bewirtschaftungsgängen nicht verloren. 2021 wurden auf diese Weise 70 Gelege markiert und den Bewirtschaftern so ein Umfahren der Standorte ermöglicht.

Zu den Aufgaben der Helfer gehört dabei die regelmäßige Kontrolle potenzieller Brutflächen auf Kiebitze sowie das Aufspüren brütender Kiebitzpaare. Gefundene Gelege müssen anschließend an die Bewirtschafter gemeldet und die Nistplätze markiert werden. Die Begleitung der bebrüteten Gelege ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Kommen diese zum Schlupf? Werden sie aufgegeben oder fallen sie Räubern zum Opfer? So werden wichtige Daten gesammelt, die dabei helfen die Art möglichst effektiv zu schützen!

Sollten Sie Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit im Projekt haben informiert der Landschaftspflegeverband gerne über Möglichkeiten, wie Sie sich für den Kiebitz im Landkreis Altötting engagieren können.

Ansprechpartner für die Umsetzung und Betreuung ist unser Mitarbeiter Jan Skorupa.
E-Mail: jan.skorupa@lpv-altoetting.de, Tel.: 08671-9260086